Wenn ein Baby im Mutterleib entsteht, dann bilden sich nach und nach alle Organe, Nerven und so weiter. Es ist sehr spannend zu sehen, dass sich der Riechsinn im Mutterleib mit als erstes entwickelt, somit wissen wir, dass das Ungeborene schon wenige Zeit nach der Entstehung im Uterus Gerüche wahrnehmen kann. Sehr wichtig zu wissen ist, dass der Geruchssinn bei Babys nach der Geburt bis etwa zum dritten Lebensmonat am stärksten ausgeprägt ist (das erklärt auch warum wir da besonders achtsam sein sollten um die kleinen Nasen nicht zu überfordern) und dann bis zum Kleinkindalter schwächer wird und sich im Wachstum nochmal verstärkt. Der Geruchssinn erreicht bis zum ca. 35 Lebensjahr seinen Höhepunkt. Es ist wissenschaftlich bekannt, dass der Geruchssinn zum Lebensende wieder schwächer wird.

Anatomie der Nase

Schauen wir uns die Anatomie der Nase und des Geruchssinns mal genauer an: zu den äußeren und sichtbaren Teilen der Nase gehört der Nasenrücken, die Nasenflügel, die Nasenlöcher sowie die Nasenwurzel. Die Nase besteht teils aus Knochen und teil aus Knorpel. Der innere und nicht sichtbare Teil der Nase ist viel größer als der äußere Teil. Den inneren Teil der Nase nennt man Nasenhöhle. Dort begegnen uns die Nasenscheidewand, sowie Schleimhäute, welche die Nasengänge bilden. Diese Strukturen sind nicht primär beim Riechen beteiligt, aber lass mich mal das Geheimnis auflösen, wie wir eigentlich riechen können. Die obere Begrenzung der Nasenhöhle bildet eine knöcherne Platte, die Siebbeinplatte. Auf dieser Siebbeinplatte liegt der Riechnerv. Die Schleimhaut, welche die obere Nasenhöhle auskleidet, bezeichnet man als Riechschleimhaut, in ihr befinden sich Riechzellen welche mit dem Riechnerv verbunden sind.

Wenn wir also einen Duft einatmen werden die Duftmoleküle über die Riechschleimhaut aufgenommen, an die Reichzellen weitergeleitet und dort in einen chemischen Impuls umgewandelt und über den Riechnerv an das Riechhirn weitergeleitet. Ich liebe es zu sehen, wie unglaublich perfekt unser Körper funktioniert!

Das Riechhirn

Den vordersten Teil des Riechhirns bildet der Riechkolben. Hier sind wir in einem Teil des Gehirns angelangt, welcher zum limbischen System gehört. Das Riechhirn (Rhinencephalon) beschreibt verschiedene Bereiche des Endhirns und ist für das Riechen, die sogenannte olfaktorische Wahrnehmung zuständig. Wir haben hier also keine feste Gehirnstruktur, sondern vielmehr ein funktionelles System, welches mehrere Hirnareale miteinbezieht. Tiefer möchte ich an dieser Stelle gar nicht eintauchen, denn das hier ist kein wissenschaftlicher Blog, ich möchte dir die Anatomie nur zum besseren Verständnis nahebringen. Der Riechnerv ist einer der zwölf Hirnnerven. Dufterinnerungen werden im limbischen System gespeichert und dieses sogenannte Duftgedächtnis bleibt ein Leben lang erhalten. Der Reichsinn ist also unser kürzester Weg in unsere Gefühle und Erinnerungen.

Der Riechsinn

Der Riechsinn hat zwei Wege, um Düfte wahrzunehmen und zu verarbeiten:

1. Über den Rachenraum, auch retronasal genannt, also über die Reichzellen deiner Nasenschleimhaut
2. Über die Nase, auch orthonasal genannt, über das Vomeronasal Organ, welches zuständig ist für das Aufspüren von Pheromonen, welche bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle spielen (daher kommt auch das Sprichwort „jemanden nicht riechen können“)

Ich hoffe ich habe dein Interesse nicht überstrapaziert, es bleibt spannend, versprochen, wenn auch hochkomplex aber ich möchte dir die Funktionen deines Körpers nahe bringen, damit du verstehst, wie er funktioniert und wie du dafür sorgen kannst, das dein Körper und der deiner Liebsten gesund bleibt.

4.000-10.000 Gerüche

Die meisten von uns können ungefähr bis zu 4.000 unterschiedliche Gerüche wahrnehmen und einordnen. Wenn du deinen Geruchssinn trainierst, wie z.B. ein Weinprüfer oder Parfümeure kannst du sogar mehr als 10.000 verschiedene Düfte riechen und einordnen. Ich muss sagen, ich finde das so genial, was unser Körper alles kann!

30 Mio. Riechzellen

Wir besitzen ca. 30 Mio. Riechzellen in unserer Nasenschleimhaut. Diese Riechzellen können einzelne Duftmoleküle innerhalb 100lster Sekunden klassifizieren, quasi bevor wir einen Geruch wahrnehmen, haben unsere Riechzellen ihn schon identifiziert – es ist cool was unser Körper da leistet. Wenn wir also Duftmoleküle über die Riechzellen aufnehmen, werden diese über den Riechnerv an den Riechkolben (vorderster Teil des Riechhirns) weitergeleitet. Wir sehen hier einen sehr komplexen Reiz- Reaktions- Vorgang.

Duftmoleküle für einen gesunden Körper

Solch eine Weiterleitung von Duftmolekülen, welche eine Information an unser limbisches System senden, können unseren Körper und unsere Emotionen unterstützen. Hier finden wir die Herstellung neurochemischer Stoffe, die unsere gesunden Körperfunktionen unterstützen können. Nach wenigen Minuten finden wir diese Duftmoleküle im Blut, wo sie schließlich verstoffwechselt werden. Nach ein paar Stunden werden diese dann wieder ausgeschieden. Wenn also z.B. ätherische Öle in unsere Blutbahn gelangen, lohnt es sich auf eine gute Qualität des Öls zu achten! Ätherische Öle werden über unsere Haut und Nasenschleimhaut aufgenommen und wirken über unser Riechsystem, welches ich dir bis hierher erläutert habe, auf unseren Körper.

Wusstest du?

Kennst du das, wenn man viele Parfüms/Düfte gerochen hat, dass man eine Weile irgendwie nichts mehr riechen kann? Lass uns mal schauen, warum das so ist: zum einen handelt es sich bei Parfüms meist um synthetisch hergestellte Duftmoleküle, welche ohnehin nicht gesund für unseren Körper sind. Zum anderen wissen wir jetzt, dass ein Duftmolekül über die Riechnerven weitergeleitet wird, das erfolgt in chemischen Reaktionen in den Synapsen (im synaptischen Spalt). Nerven brauchen immer wieder Ruhephasen, damit sich der synaptische Spalt neutralisieren kann. Daher kann es sein, dass wenn wir unsere Riechschleimhaut überfordert haben, wir kurzfristig den Geruch „verlieren“. Die Wirkung des Duftes auf das limbische System geht dennoch weiter.

Wenn du Schnupfen hast, dann ist dein Geruchssinn auch beeinträchtigt, und zwar deshalb, weil die Nasenschleimhaut meist geschwollen ist und mit zähem Schleim belegt ist, was somit die Reichzellen verdeckt. Auch spannend zu sehen ist, dass Riechen und Schmecken oft miteinander in Verbindung gebracht wird, wobei wir den Geschmack als chemische Verarbeitung hauptsächlich auf unserer Zunge finden, aber damit würden wir jetzt vom Thema abkommen.

Weil das Riechen für uns Menschen so bedeutsam und wichtig ist, werden alle 30 Tage die Zilien und Riechzellen (Ausstülpungen der Gehirnzellen) erneuert. Ist das nicht wahnsinnig spannend?! Das sind die einzigen Gehirnzellen, die regelmäßig absterben und sofort nachgebildet werden!

Noch ein Wort zu ätherischen Ölen

Ich bin absolut fasziniert, zu sehen, wie ätherische Öle mit ihren wundervollen Einzelbestandteilen (auf die gehe ich in einem anderen Blogbeitrag mal genauer ein) von z.B. Monoterpenen, Sesquiterpene, Aldehyden, Coumarinen ect. über das Riechen, also unseren chemischen Sinn, neben dem Schmecken und den physikalischen Sinnen (Hören, Fühlen, Sehen) unsere Sinneswahrnehmung perfekt machen und unseren Körper so gut unterstützen.

Nun weißt du, wie dein Geruchssinn funktioniert und dass du deinen Körper und deine Emotionen unterstützen kannst, wenn du ätherische Öle nutzt. Begib dich mit mir auf eine dufte Reise, melde dich gerne für meine Aroma News an und erhalte den kostenlosen Aroma Emailkurs. Teile diesen Blogbeitrag gerne mit deinen Freunden und/oder auf Social Media.

Dufte Grüße Isabel